Der digitale Marketing-Marshallplan

Der digitale Marketing-Marshallplan

Heute ist "Tag der Befreiung". Dazu eine historische Frage: Wie haben die USA nach dem Zweiten Weltkrieg unsere westeuropäische Wirtschaft aufgepäppelt? Mit dem Marshallplan. Im Sommer 1947 von US Aussenminister George Marshall vorgestellt, diente das europäische Wiederaufbau-Programm zunächst dazu, direkte wirtschaftliche Hilfe zu ermöglichen. Heute hinken wir den USA wieder hinter her. Auch in Sachen Digitalisierung und Marketing Automation...

Während der Marshallplan zunächst aufging, führte die aus dem Krieg vorhandene Produktivitätslücke 1948 zur weiteren Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit: Keine guten Technologien, miese Stimmung, schlechte Ausbildung. Marshall fackelte nicht lange und lancierte gleich 1949 Stufe zwei seines Plans - das "Technical Assistance and Productivity Programme" (TAP). Das Ziel: Mehr Produktivität!

Es war klar: Europa war technologisch hinter die USA zurückgefallen. Und nun sollte mit dem TAP das Wachstum wieder hergestellt werden. Wie? Durch Transfer von innovativen Technologien, mehr technischem Know-How und breitem Skills-Transfer in Sachen Führung und Management.

US-Experten kamen nach Europa und gaben Nachhilfestunden in Sachen Innovation und Management. Europäische Führungskräfte kriegten Backstage-Passes in US-amerikanischen Produktionsstätten. Der Plan ging auf. Das Wirtschaftswunder geschah. Der Rest ist Gesichte.

Besser - "war" Geschichte. Bis vor kurzem.

Westeuropa, insbesondere Deutschland und die Schweiz, hinken den USA heute in Sachen Technologie-Diffusion, vor allem aber im Bereich der Digitalisierung in praktisch allen Kategorien hinterher. McKinsey schätzt das ausgeschöpfte Digitalisierungs-Potenzial für die USA bei 18 Prozent. Für Deutschland sind's deren magere 10. Etwas vereinfacht gesagt:

9 von 10 Firmen brauchen einen digitalen Marshallplan

In technologischer Hinsicht helfen uns die Amis nach wie vor. Wir nutzen deren digitalen Plattformen, Technologien, Tools, Software, Marketing Automation - vieles, nein das Meiste, kommt aus den USA. Nur SAP kann da noch global mithalten. Die Amerikaner leisten somit nach wie vor ihren Teil. Und wir?

Wir sind gottlob nicht im Krieg. Und unserer Wirtschaft geht's noch immer gut. Zu gut vielleicht. So gut, dass wir das schlummernde Digital-Potenzial gar nicht erst erkennen. Es liegt brach. Wir brauchen offenbar keinen Plan. Noch.

Ich sehe das anders: Wenn die USA ihren Teil zum "Digitalen Marshallplan" beisteuern, dann müssten wir die Aufträge zu Handen unserer Wirtschaft wie folgt formulieren:

Der digitale Marshallplan

1. Weckruf an die oberste Führungsebene ("Silberrücken"). Der Auftrag: Priorisierung der digitalen Transformation. Hier, jetzt, sofort. Hier ist mehr gefragt als Lippenbekenntnis, Powerpoint oder Cüpli am Networking-Event. Sondern in die Hände spucken und anpacken. Auch wenn dies für einen Manager 50+ heisst - Neues Lernen und den alten Rucksack ins Tobel runterschmeissen. Und wenn das nichts nützt, dann tritt Stufe 2 in Aktion.

2. Handlungsaufruf an die mittlere Führungsebene ("Gen X-er"). Der Auftrag: Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Nutzung von heute bereits verfügbaren, digitalen Tools in Kombination mit künstlicher Intelligenz zur Produktivitätssteigerung. Dies kann sein in den Bereichen Marketing und Vertrieb, Produktion, Supply Chain Management uvm. Auch hier ist die Offenheit gegenüber dem Neuen noch immer gering. Etwas Druck von oben und ein paar Tritte von unten (Millennials) können Wunder bewirken. Und wenn das auch nichts nützt, dann tritt Stufe 3 in Kraft.

3. Handlungsaufruf an Macher, Manager und "Chrampfer" ("Millennials"). Der Auftrag: Einfordern von flachen, agilen, lernenden Arbeitsstrukturen. Flexible Arbeitsmodelle müssen her. Frauen, die grösste ungenutzte Ressource unserer Wirtschaft, müssen noch besser (wieder) eingebunden werden, damit Sie alles unter einen Hut kriegen. Agilität fürs digitale Zeitalter ist gefragt. Gefragt ist auch die Bereitschaft anzupacken, statt sich in der Hängematte der Anspruchshaltung in Sicherheit zu wiegen. Kinder an die Macht, ja. Aber nur wenn sie auch anpacken. Alle.

Und was heisst dies fürs Marketing?

Genau das: Die Digitalisierung vorantreiben. Marketing Automation und -Plattformen wie HubSpot nutzen. Die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz im Marketing und Vertrieb erkunden und anwenden. Den alten Rucksack aus'm Fenster werfen. Und den alten Zopf gleich hinterher.

Die einen sagen: Don't teach an old dog new tricks.

Ich sage: Ctrl-Alt-Del!

Denn, wer digital zu spät kommt, den bestraft der Markt. Und zwar analog.

Workshop Inbound Marketing Gameplan

Fazit

Treiben Sie die Digitalisierung in Ihrem Betrieb voran. Nutzen Sie Marketing Automation. Erkunden und wenden Sie die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz im Marketing und Vertrieb an. Werfen Sie Ihren alten Rucksack aus'm Fenster. Und den alten Zopf gleich hinterher. https://bit.ly/2JJshGv @stevenloepfe
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